Das gute Seifen-Projekt

Mehr als 1,5 Millionen Syrerinnen und Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in den benachbarten Libanon geflohen. Es gibt keine offiziellen Flüchtlingslager in dem Land, das nur so groß ist wie Oberösterreich. Syrer*innen dürfen offiziell nicht arbeiten. Geflüchtete Menschen kämpfen täglich um ihr Auskommen: Sie leben in kleinen, provisorischen Unterkünften und finden keine Arbeit. Neun von zehn syrischen Geflüchteten leben in extremer Armut.

„Sabun“ - die gute Seife – soll Geflüchteten in dieser Situation helfen: Durch den Verkauf der Guten Seife können Frauen ihre Familien versorgen.

Die Seifenmacherinnen

Midia Sido

„Ich mag das traditionelle Handwerk und ich liebe es neue Mischungen auszuprobieren, um die Seife ganz ohne Chemie noch angenehmer für die Haut zu machen.“

Izdihar Ibrahim el Mokadem

„Mein Ehemann hat versucht hier zu arbeiten, nahm jeden Job an, aber es reichte nicht aus. Jetzt ist er in Libyen und ich bin allein mit meinen fünf Kindern. Mit dem Seifenverkauf kann ich meine Kinder und mich ernähren.“

Jamila Daher

„Ich habe mein Leben lang gearbeitet, damit alle meine Kinder zur Schule gehen können. Die Situation im Libanon wurde immer schlechter. Unser Einkommen reichte nicht mehr, um zu überleben. Da habe ich mit dem Seifenmachen begonnen.“

Jihane Ali Saad

„Ich war Anwältin. Nach dem Libanon-Krieg habe ich ein Hilfsprojekt gestartet. Ich fing an, Frauen in der Zubereitung von Schokolade zu schulen. Aber ich fand schnell heraus, dass ich lieber Seife herstellen möchte. Seither ist das meine große Leidenschaft und ich konnte 1500 Frauen schulen.“

Zeynep Yassine

„Ich liebe es, mit Seife zu arbeiten! Ich habe sogar fünf Kurse gemacht. Ich habe aufgehört, mein Shampoo zu kaufen und mache meine eigene Seife.“

Das Hilfswerk International unterstützt die Seifenmacherinnen

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der guten Seife erhalten die syrischen Seifenmacherinnen ein faires Einkommen. Das Hilfswerk International unterstützt die Frauen bei der Produktion der Seife im Libanon und beim Vertrieb in Österreich. Mitarbeiter*innen sind Tag für Tag als Ansprechpartner*innen für die Seifenmacherinnen da. Sie helfen bei der Beschaffung der Materialien und der Logistik.

Ein nachhaltig wirksames Hilfsprojekt

Hilfswerk International konzentriert sich mit diesem nachhaltig wirksamen Hilfsprojekt auf die Wiederbelebung der Seifenproduktion und des Know-hows, indem libanesische und syrische Frauen einbezogen werden. Dieses Projekt hilft den Frauen, ihre Lebensgrundlage zu verbessern, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und ihre Fähigkeiten auszubauen.

Bernhard Stepanek (links) und Bianca Weissel (rechts) vom Hilfswerk International beim Besuch im Libanon im Juli 2021. Neben ihnen sind die Leiterin des Hilfswerk International Libanon, Mireille Karaky (2. v.l.) und Programmassistent Ali Saleh (3.v.l.).

„Die Mittelmeerländer waren schon immer für Produkte aus Olivenöl, vor allem Seife, bekannt. Im Laufe der Jahre geriet diese Produktion in Vergessenheit und wurde durch kommerzielle Seife ersetzt. Hilfswerk International konzentriert sich mit ‚Sabun – Die gute Seife‘ auf die Wiederbelebung der Seifenproduktion und des traditionellen Wissens.“

Mireille Karaky

Leiterin Hilfswerk International im Libanon

„Ich kann täglich sehen, wie sehr dieses Projekt diesen Frauen zugutekommt. Es ist für sie wie ein Licht in der Dunkelheit. Es ist eine neue Hoffnung und eine gute Zukunft, nicht nur für sie, sondern auch für ihre Familien. Für mich ist diese ganz neue Erfahrung, eine Quelle der Freude, weil ich weiß, dass ich zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen in meinem Land beitrage.“

Ali Saleh

Programmassistent Hilfswerk International im Libanon